Velbert Gemeinsam aktuell

Waldfriedhof schrittweise zum Bürgerpark entwickeln

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An den
Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Technischen Betriebe Velbert, des Bezirksausschusses Velbert-Mitte, des Ausschusses für Stadtplanung und Mobilität und des Ausschusses für Klima und Umwelt
Herrn Bürgermeister Dirk Lukrafka, Herrn Cem Demircan,
Herrn Frank Engel, Herrn Dr. Wolfgang Beckröge
Thomasstr. 1
42551 Velbert

Velbert, den 22.10.2026

Waldfriedhof schrittweise zum Bürgerpark entwickeln – Zukunft frühzeitig planen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Lukrafka,

die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP-Velbert Gemeinsam beantragen für die nächste Sitzung der genannten Gremien den Tagesordnungspunkt

„Waldfriedhof – Zukunft frühzeitig planen“

zu behandeln und folgenden Beschluss zu fassen:

  1. Die Technischen Betriebe Velbert AöR werden beauftragt, ein stufenweise umsetzbares Entwicklungskonzept für die künftige Nutzung des Waldfriedhofs an der Grünheide zu erarbeiten. Ein mögliches Ziel könnte die schrittweise Entwicklung zu einem innenstadtnahen Bürgerpark sein. Die fortbestehende Friedhofsnutzung, die Würde des Ortes und die Rechte der Nutzungsberechtigten sind dabei uneingeschränkt zu berücksichtigen.
  2. Als Grundlage ist darzustellen,
    1. a. welche Bereiche weiterhin für Bestattungen, bestehende Grabstätten oder zur Wahrung von Ruhe- und Nutzungszeiten benötigt werden,
    2. b. welche Teilflächen bereits heute oder vor dem Jahr 2050 nicht mehr aktiv für Friedhofszwecke benötigt werden und
    3. c. ob und unter welchen friedhofs- und bestattungsrechtlichen Voraussetzungen diese Flächen vorzeitig einer Parknutzung zugeführt werden können.
  3. Aus Gesprächen mit der Bürgerschaft und aus eigenen Recherchen hat sich eine Liste von Anregungen ergeben. Diese Anregungen können für eine Konzeptentwicklung herangezogen werden.
    1. a. eine parkähnlich gestaltete Jubiläums- und Geburtenwiese in Form einer Streuobstwiese. Bürgerinnen und Bürger sollen dort anlässlich einer Geburt oder eines persönlichen beziehungsweise familiären Jubiläums einen Baum stiften können. Einheitlich gestaltete Plaketten sollen dauerhaft an den jeweiligen Anlass erinnern;
    2. b. barrierearme Spazier- und Rundwege mit Sitzgelegenheiten, Ruhebereichen und schattigen Aufenthaltsorten;
    3. c. eine attraktive Wegeanbindung an den benachbarten Generationenpark auf dem Tunnel Birth sowie an die weiteren Fuß- und Radwege im Umfeld;
    4. d. naturnahe Flächen mit Wildblumenwiesen, insektenfreundlichen Pflanzungen sowie Lebensräumen für Vögel und andere heimische Tierarten;
    5. e. ruhige, generationengerechte Bewegungs- und Begegnungsangebote, die den Generationenpark sinnvoll ergänzen und keine Doppelstrukturen schaffen;
    6. f. ein angemessener Umgang mit der Geschichte des Waldfriedhofs, etwa durch den Erhalt prägender Strukturen, ausgewählter historischer Grabmale oder einen Erinnerungsweg;
    7. g. geeignete Nachnutzungsmöglichkeiten für vorhandene Gebäude und Einrichtungen;
    8. h. Baum-, Beet- oder Parkpatenschaften, durch die Bürgerinnen und Bürger, Vereine oder Unternehmen dauerhaft Verantwortung für einzelne Bereiche übernehmen können.
  4. Anknüpfend an die positiven Erfahrungen bei der Entwicklung des Generationenparks auf dem Tunnel Birth sollten Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Akteure integraler Bestandteil eines solchen Konzeptes werden daher frühzeitig in die Entwicklung einbezogen werden. Hierzu sollen insbesondere Anwohnende, Schulen und Kindertageseinrichtungen, das Offene Bürgerhaus BiLo, örtliche Vereine, soziale Träger, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Umwelt- und Naturschutzverbände sowie die Interessenvertretungen von Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen angesprochen werden.
  5. Die TBV und der Bereich Stadtentwicklung sollen hierfür ein geeignetes Beteiligungsformat entwickeln. Denkbar sind unter anderem gemeinsame Ortsbegehungen, Planungswerkstätten und eine öffentliche Vorstellung erster Gestaltungsvarianten. Dabei soll auch geprüft und werden, wie lokale Akteure später an der Umsetzung, Pflege oder dauerhaften Begleitung einzelner Parkbereiche mitwirken können.
  6. Nach Beschluss soll zeitnah eine Ideenskizze vorbereitet und den beteiligten Gremien vorgestellt werden. Auf Basis dieser Ideenskizze soll dann über das weitere Vorgehen beraten werden.

Begründung
Der Verwaltungsrat hat bereits im Jahr 2015 beschlossen, den Waldfriedhof schrittweise zu schließen und zum 1. Januar 2050 in eine überwiegend innenstadtnahe Parklandschaft zu überführen. Seit Januar 2025 werden keine neuen Grabstätten mehr vergeben. Bestattungen in bestehenden Grabstätten bleiben bis Ende 2049 möglich.

Die langfristige Perspektive darf jedoch nicht dazu führen, dass die konkrete Planung erst kurz vor dem Jahr 2050 beginnt. Aufgrund der schrittweisen Schließung ist zu prüfen, ob einzelne, nicht mehr benötigte Bereiche bereits früher umgestaltet und für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht werden können. Bestehende Grabstätten, Ruhezeiten und Nutzungsrechte müssen dabei selbstverständlich geschützt bleiben.

Mit einem frühzeitigen Entwicklungskonzept, das in die geplante Stadtentwicklung eingebettet wird, kann der Übergang geordnet, abschnittsweise und finanziell planbar gestaltet werden. Gleichzeitig können Fördermöglichkeiten rechtzeitig geprüft und einzelne Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden.

Durch die Verbindung mit dem Generationenpark auf dem Tunnel Birth bietet sich die Chance, einen zusammenhängenden und zugleich abwechslungsreichen Naherholungsbereich zu schaffen. Während der Generationenpark vor allem Raum für Sport, Bewegung und aktive Freizeitgestaltung bietet, kann der künftige Bürgerpark an der Grünheide stärker durch Natur, Ruhe, Begegnung und Erinnerung geprägt werden.

Bei der Entwicklung des Generationenparks und weiterer Freizeitangebote in Birth hat sich die frühe Einbindung von Kindern, Jugendlichen, Vereinen und weiteren Akteuren vor Ort bewährt. Diese Erfahrungen sollen genutzt werden. Wer einen Park später mit Leben füllen soll, sollte bereits an seiner Entwicklung beteiligt sein.

So entsteht Schritt für Schritt ein Bürgerpark, der nicht nur für die Menschen in Velbert geschaffen wird, sondern gemeinsam mit ihnen.

Freundliche Grüße
Gez.

Nico Schmidt
Fraktionsvorsitzender

Hans-Wilhelm Dorgarten
Fraktionsvorsitzender

Ronja César
Fraktionsvorsitzende

Cem Demircan
Fraktionsvorsitzender

Alexander Dürkopp
Fraktionsvorsitzender

Unterbrechung doppelter Satzbeginn

Waldfriedhof schrittweise zum Bürgerpark entwickeln

Die Wählervereinigung Velbert Gemeinsam will offen und transparent alle Bürgerinnen und Bürger in Velbert vertreten. Wir unterscheiden nicht nach Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder weltanschaulicher, religiöser oder sexueller Orientierung. Sich Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung entgegenstellen. Hass und Verachtung sind keine Meinungen, sondern gesellschaftlich und politisch zu ächten.

Waldfriedhof schrittweise zum Bürgerpark entwickeln

Gemeinsam nach pragmatischen Lösungen für kommunale Fragen und Probleme suchen. Machbarkeit und realistisch mögliche Umsetzung bestimmen das Handeln. Kommende Generationen im Blick haben. Bedürfnisse und Ziele sowie Zukunftsperspektiven junger Menschen sind im Fokus der Entscheidungsfindung. Mit kommunalen Entscheidungen die klimatischen Veränderungen unserer Umwelt nachhaltig positiv beeinflussen.

Waldfriedhof schrittweise zum Bürgerpark entwickeln

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